Die Drohnenvermessung wird in immer mehr Unternehmen eingesetzt, um Gelände, Gebäude oder Anlagen schnell zu erfassen. Nach der Befliegung liegen umfangreiche Daten vor – doch oft bleibt unklar, wofür diese Daten konkret genutzt werden können und welche davon im Arbeitsalltag wirklich weiterhelfen.
Dieser Beitrag erklärt, wie eine Drohnenvermessung funktioniert, welche Daten dabei entstehen und warum die Wahl der richtigen Datenform entscheidend für die spätere Nutzung im CAD ist.
Wie funktioniert eine Drohnenvermessung?
Bei einer Drohnenvermessung wird ein Gebiet automatisiert abgeflogen. Die Drohne erfasst dabei Messdaten, aus denen später räumliche Informationen abgeleitet werden. Der Flug selbst ist meist schnell durchgeführt. Die eigentliche Arbeit beginnt danach, bei der Auswertung der Daten.

Welche Daten entstehen bei einer Drohnenvermessung?
Aus einer Befliegung entstehen keine fertigen Pläne, sondern Rohdaten.
Typischerweise sind das:
- viele Einzelbilder
- daraus berechnete Punktwolken
- abgeleitete Modelle oder Rasterbilder
Welche Daten konkret vorliegen, hängt von der eingesetzten Technik und der Auswertesoftware ab.
Photogrammetrie und LiDAR – ein kurzer Überblick
Photogrammetrie
Bei der Photogrammetrie werden viele überlappende Fotos aufgenommen. Aus diesen Bildern berechnet eine Software die räumliche Lage von Punkten. Die resultierende Punktwolke enthält häufig zusätzlich Farbinformationen aus den Fotos.
Photogrammetrische Daten eignen sich gut für visuelle Auswertungen und Übersichten, sind jedoch abhängig von Lichtverhältnissen und Oberflächenstrukturen.
LiDAR
LiDAR-Drohnen arbeiten mit einem aktiven Laserscanner. Sie messen Abstände unabhängig von Lichtverhältnissen und liefern sehr dichte, geometrisch präzise Punktwolken.
LiDAR-Daten sind besonders geeignet, wenn es auf Genauigkeit und Durchdringung von Vegetation ankommt, enthalten jedoch keine Bildinformationen.
Wie genau sind Drohnenvermessungen?
Die Genauigkeit einer Drohnenvermessung hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem von der eingesetzten Technik, der Flugplanung und den verwendeten Korrekturdaten.
Entscheidend ist weniger die maximale Genauigkeit, sondern ob sie für die jeweilige Aufgabe ausreichend ist. Für viele Planungs- und Dokumentationsaufgaben ist die erzielbare Genauigkeit mehr als ausreichend.
Was viele überrascht: Eine Punktwolke ist noch keine Arbeitsgrundlage
Nach der Auswertung liegt häufig eine Punktwolke vor, die auf den ersten Blick sehr hochwertig wirkt. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell:
- die Datenmenge ist groß
- die Darstellung ist unübersichtlich
- es ist unklar, welche Informationen relevant sind
Eine Punktwolke ist zunächst eine Sammlung von Messpunkten. Struktur, Bedeutung und Nutzbarkeit entstehen erst durch weitere Aufbereitung.
Welche Aufgaben lassen sich mit Drohnenvermessung sinnvoll lösen?
Der Nutzen von Drohnendaten hängt stark vom Ziel ab.
Übersicht und Orientierung
Für einen schnellen Überblick über Gelände oder Bestand reicht oft eine Punktwolke oder ein Höhenmodell. Hier steht die visuelle Einschätzung im Vordergrund.
Planung und Auswertung
Sollen Pläne, Schnitte oder Volumen abgeleitet werden, dienen Punktwolken meist als Grundlage, nicht als Endergebnis. Weitere Schritte sind erforderlich.
Dokumentation und Vergleich
Bei regelmäßigen Befliegungen lassen sich Veränderungen nachvollziehen. Voraussetzung ist eine konsistente Datenbasis.
Welche Exporte sinnvoll sind, hängt vom Ziel ab
Eine zentrale Frage in der Praxis ist die Wahl des richtigen Exports.
Nicht jede Aufgabe erfordert die gleiche Datenform:
- Für viele Planungsaufgaben sind einfache Punktlisten oder CSV-Dateien ausreichend
- Für visuelle Orientierung kann eine Punktwolke im LAS- oder LAZ-Format sinnvoll sein
- Für weitergehende Auswertungen werden häufig abgeleitete Modelle benötigt
Mehr Daten bedeuten nicht automatisch mehr Nutzen. Oft ist ein reduzierter, zielgerichteter Export die bessere Wahl.
Drohnendaten im CAD weiterverwenden
In CAD-Systemen wie BricsCAD können Drohnendaten unterschiedlich eingesetzt werden. Je nach Datenart dienen sie
- als Referenz
- als Grundlage für Modellbildung
- oder zur Ableitung weiterer Informationen
Entscheidend ist, dass die Datenform zur geplanten Nutzung passt.
Wann Beratung bei Drohnenvermessung sinnvoll ist
Viele Anwender wissen, welche Exportoptionen es gibt. Was fehlt, ist häufig die Einordnung:
- Welche Daten brauche ich für meine Aufgabe?
- Welche Daten führen zu unnötigem Mehraufwand?
Diese Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten, sondern hängen vom konkreten Anwendungsfall ab.
Unterstützung bei der Arbeit mit Drohnendaten
In unseren Schulungen und Beratungen klären wir gemeinsam, wie Drohnendaten sinnvoll eingesetzt werden – von der Auswahl der passenden Datenform bis zur Weiterverarbeitung im CAD.
Ziel ist nicht, möglichst viele Daten zu erzeugen, sondern genau die Daten, die im Projekt weiterhelfen.
