Roverstab-Messungen werden in vielen technischen Betrieben eingesetzt, um Bestandsdaten schnell und präzise zu erfassen. Die eigentliche Herausforderung beginnt jedoch nach der Messung: Die Daten müssen verstanden, eingeordnet und weiterverarbeitet werden – oft von Personen ohne Vermessungshintergrund.
Dieser Beitrag beantwortet die häufigsten Fragen rund um den Einsatz eines Roverstabs, die entstehenden Daten und deren sinnvolle Nutzung in BricsCAD.
Was ist ein Roverstab?
Ein Roverstab ist ein mobiles GNSS-Messsystem zur Aufnahme von Punkten, Höhen und Lagen direkt im Gelände. Er nutzt Satellitensignale (z. B. GPS, Galileo) und Korrekturdaten, um Positionen mit hoher Genauigkeit zu bestimmen.
Der Roverstab wird eingesetzt, um Bestandsdaten schnell aufzunehmen, ohne ein klassisches Vermessungsteam vor Ort zu benötigen. Typische Messaufgaben lassen sich damit flexibel und unabhängig durchführen.
Wofür wird ein Roverstab im Betrieb eingesetzt?
Roverstäbe kommen überall dort zum Einsatz, wo räumliche Informationen regelmäßig benötigt werden.
Typische Roverstab Anwendungsfälle
- Bestandsaufnahmen von Gebäuden, Anlagen und Außenflächen
- Kontroll- und Vergleichsmessungen
- Dokumentation von Veränderungen
- Vorbereitung von Planungen, Umbauten oder Genehmigungen
Der Nutzen liegt vor allem in der Geschwindigkeit und der Unabhängigkeit. Messungen können intern durchgeführt werden, ohne externe Vermessungsleistungen beauftragen zu müssen.

Wer nutzt einen Roverstab – und wer arbeitet mit den Daten?
In der Praxis sind Messung und Weiterverarbeitung häufig getrennt.
- Die Messung wird von geschulten Mitarbeitenden vor Ort durchgeführt.
- Die Messdaten werden anschließend an andere Abteilungen weitergegeben.
Das können Planer, technische Zeichner, Projektleiter oder Mitarbeitende im Facility Management sein. Diese Personen haben oft keinen Vermessungshintergrund, sollen die Daten aber weiterverwenden.
Welche Daten entstehen bei einer Roverstab-Messung?
Das Ergebnis einer Roverstab-Messung sind Punktdaten mit Koordinaten- und Höheninformationen.
Diese liegen häufig vor als:
- CSV-Dateien
- DXF-Dateien
- Punktlisten aus der Messsoftware
Je nach Messumfang können sehr viele Einzelpunkte entstehen. Die Daten sind präzise gemessen, stellen aber zunächst nur Rohdaten dar.
Warum sind Roverstab-Daten oft schwer nutzbar?
Roverstab-Daten sind technisch korrekt, aber nicht automatisch schon eine Arbeitsgrundlage. Sie müssen zuerst aufbereitet werden.
Häufige Herausforderungen sind:
- große Datenmengen
- fehlende Struktur
- unklare Zuordnung der Messpunkte
- fehlender Kontext zur späteren Nutzung
Ohne Aufbereitung ist oft nicht erkennbar, welche Punkte relevant sind und wofür sie benötigt werden. Die Folge ist, dass Daten zwar vorliegen, im Alltag gar nicht oder nur umständlich genutzt werden.
Welche Rolle spielt BricsCAD bei der Weiterverarbeitung?
Sobald aus Messdaten ein Plan, eine Auswertung oder eine Entscheidungsgrundlage entstehen soll, wird CAD relevant.
BricsCAD bietet spezielle Werkzeuge für Vermessungsdaten an
- Punktdaten darstellen
- Messpunkte strukturieren
- Inhalte filtern und gruppieren
- relevante Informationen sichtbar machen
Ziel ist es, Messdaten so aufzubereiten, dass sie im Projektkontext nutzbar werden – unabhängig davon, wer sie später verwendet.

Typische Einsatzbeispiele aus der Praxis
Krankenhaus und Klinikbetrieb
Messdaten werden genutzt für Lagepläne, Schneeräumpläne, Rettungswege oder technische Außenanlagen. Die Daten müssen verständlich aufbereitet sein, damit sie von unterschiedlichen Stellen genutzt werden können.
Deponien und Abbaubetriebe
Regelmäßige Messungen dienen der Dokumentation von Volumen, Böschungen und Veränderungen. Die Herausforderung liegt in der Vergleichbarkeit und einer übersichtlichen Darstellung der Messdaten.
Industrie- und Anlagenbetrieb
Roverstab-Daten werden für Hallenlayouts, Maschinenstandorte oder Umbauten im Bestand genutzt. CAD wird hier nicht täglich eingesetzt, muss aber im entscheidenden Moment zuverlässig funktionieren.
Konkretes Beispiel aus dem Arbeitsalltag: Bäume aus Messdaten darstellen
Ein häufiges Beispiel aus der Praxis ist die Erfassung von Bäumen.
Bei einer Roverstab-Messung wird jeder Baum als einzelner Messpunkt aufgenommen. Zusätzlich wird häufig eine sogenannte Codierung mitgegeben, zum Beispiel das Kürzel „Baum“. Diese Information ist im Datensatz enthalten, aber zunächst nicht sichtbar oder verständlich aufbereitet.
Erste Hürde: Die Codierung erkennen
Wer mit Vermessungsdaten wenig Erfahrung hat, sieht zunächst nur eine große Anzahl von Punkten. Dass zu diesen Punkten zusätzliche Informationen wie eine Codierung gehören, ist nicht immer offensichtlich. Die erste Aufgabe besteht daher darin, diese Informationen überhaupt sichtbar zu machen und zu verstehen, welche Punkte beispielsweise Bäume darstellen.
Zweite Hürde: Manuelle Nacharbeit
In vielen Fällen werden anschließend Baumsymbole manuell gesetzt. Jeder Punkt wird einzeln ausgewählt und mit einem Symbol versehen. Das ist zeitaufwendig und fehleranfällig – vor allem bei größeren Datenmengen.
Strukturierter Ansatz: Automatisierung beim Import
In den Messdaten sind die nötigen Informationen jedoch bereits enthalten. Über passende Importfilter können Punkte mit derselben Codierung automatisch zu Gruppen zusammengefasst werden. Für diese Gruppen lassen sich vordefinierte Darstellungsstile hinterlegen.
Das Ergebnis: Bereits beim Import werden alle Punkte mit der Codierung „Baum“ automatisch mit einem Baumsymbol dargestellt. Die Aufgabe ist damit im Grunde erledigt, ohne dass einzelne Symbole manuell gesetzt werden müssen.
Dieses Prinzip lässt sich auf viele weitere Inhalte übertragen. Häufig enthalten Vermessungsdaten deutlich mehr Informationen, als im Alltag genutzt werden – entweder weil sie nicht erkannt werden oder weil unklar ist, wie sie sinnvoll eingesetzt werden können.


Was ist für die Arbeit mit Roverstab-Daten wirklich wichtig?
Entscheidend ist weniger die Messtechnik als das Verständnis für den Zweck der Daten.
Wichtige Fragen sind
- Wofür werden die Messdaten benötigt?
- Welche Informationen sind für die weitere Arbeit relevant?
- Wer arbeitet mit den Daten weiter?
Erst wenn diese Punkte klar sind, lassen sich die Messdaten sinnvoll strukturieren und darstellen.
Schulung oder Service – was ist sinnvoll?
Je nach Situation gibt es unterschiedliche sinnvolle Wege.
- Schulungen sind hilfreich, wenn regelmäßig mit Roverstab-Daten gearbeitet wird und Wissen im Team aufgebaut werden soll.
- Services sind sinnvoll, wenn Zeit fehlt oder die Aufbereitung nur gelegentlich benötigt wird.
Wichtig ist, dass aus Messdaten eine tragfähige Arbeitsgrundlage entsteht, die im Arbeitsalltag genutzt werden kann.
Unterstützung bei der Arbeit mit Roverstab-Daten
In unseren BricsCAD Civil Schulungen zeigen wir, wie Messdaten aus Geräten wie dem Roverstab strukturiert und verständlich aufbereitet werden – auch für Anwender ohne Vermessungshintergrund.
Alternativ übernehmen wir die Aufbereitung der Daten als CAD Service, wenn interne Ressourcen begrenzt sind.
Ziel ist immer dasselbe: Messdaten sollen nicht liegen bleiben, sondern im Projekt weiterhelfen..
