Linux gehört in der Softwareentwicklung und auf Servern längst zum Alltag. Bei professioneller CAD-Software sieht es anders aus, denn der Markt wird seit Jahrzehnten von Windows bestimmt. Genau deshalb stellt sich für viele Linux-Anwender die Frage, ob sich CAD dort überhaupt professionell betreiben lässt. Die Antwort lautet ja, und sie heißt BricsCAD unter Linux.
Professionelles CAD unter Linux: der Stand heute
Die großen CAD-Systeme von Autodesk oder Dassault bieten keine native Linux-Version. AutoCAD und SolidWorks laufen unter Linux nicht ohne Umwege über Emulation oder virtuelle Maschinen. Im freien Bereich gibt es Programme wie FreeCAD oder LibreCAD. Für den professionellen Alltag sind diese Programme aber nur eingeschränkt geeignet. FreeCAD richtet sich stark an Entwickler, der Einstieg ist entsprechend steil.
An dieser Stelle steht BricsCAD allein. BricsCAD ist eine kommerzielle und professionell unterstützte CAD-Lösung und läuft nativ unter Linux. Damit ist CAD unter Linux kein Bastelthema, sondern eine produktive Arbeitsgrundlage.
BricsCAD arbeitet wie AutoCAD
Wer von AutoCAD kommt, findet sich in BricsCAD sofort zurecht. Die Bedienung folgt denselben Prinzipien. Die Befehle tragen vertraute Namen. DWG ist das native Format, ein Wechsel erzeugt also keinen Datenbruch. Auch LISP-Routinen und gewohnte Skripte funktionieren weiter. Der Umstieg von AutoCAD verläuft dadurch ohne lange Einarbeitung. Nicht ohne Grund gilt BricsCAD als führende AutoCAD-Alternative.
Was unter Linux genauso funktioniert
Der Funktionsumfang unter Linux entspricht weitgehend dem unter Windows.
- 2D-Konstruktion und 3D-Modellierung stehen vollständig zur Verfügung.
- DWG und DXF werden nativ gelesen und geschrieben. Eine Einordnung dazu gibt der Überblick über die wichtigsten CAD-Dateiformate.
- Vorlagen und Bibliotheken lassen sich genauso aufbauen.
- Projektstrukturen und Austauschprozesse bleiben bestehen.
- Der Communicator für zusätzliche Austauschformate ist plattformübergreifend verfügbar.
Unter Windows bietet der Communicator den größten Funktionsumfang. Unter Linux steht trotzdem deutlich mehr bereit als eine reine Grundinstallation.

Installation ohne Umwege
Der Einstieg beginnt mit der Testversion. Den Download stellt der Hersteller Octave bereit, dort lässt sich das passende System wählen. Für Linux stehen drei Pakete bereit, je nach Distribution.
- DEB für Ubuntu und Debian sowie verwandte Systeme wie Kubuntu oder Linux Mint.
- RPM für Fedora und openSUSE.
- Ein generisches TarGZ-Paket für alle übrigen Distributionen.
Nach dem Download genügt ein Doppelklick auf das Paket. Die Softwareverwaltung des Systems öffnet sich und übernimmt die Installation wie bei jedem anderen Programm. Anschließend erscheint BricsCAD im Anwendungsmenü und startet per Klick. Die ersten dreißig Tage laufen als Testversion, danach wird die Lösung mit dem Lizenzschlüssel freigeschaltet. Mehr dazu im Beitrag zur BricsCAD Testversion.
Die eine Einschränkung, und warum sie kaum zählt
Eine Besonderheit betrifft den Druck. Unter Linux werden Drucker und Plotter nicht direkt angesteuert. Die Ausgabe läuft über PDF. Für die meisten Anwender spielt das keine Rolle. Auch unter Windows ist der Weg über PDF heute der Normalfall. Aus einer früheren Einschränkung ist damit eine Randnotiz geworden.
Wer CAD unter Linux einsetzt
CAD unter Linux ist kein exotisches Einzelphänomen. In vielen technischen Bereichen ist Linux die gewohnte Arbeitsumgebung, und der Bedarf an einem professionellen CAD entsteht dort von selbst.
- Entwickler an der Schnittstelle zur Konstruktion, etwa im Bereich Hausautomation oder bei automatisierten Geräten.
- Der Maschinenbau, sobald Steuerungstechnik und mechanische Konstruktion zusammenkommen.
- Die Maker- und Prototypenszene beim Schritt vom 3D-Druck zur eigenen Konstruktion.
- Anwender von Blender mit Bedarf an einem zusätzlichen CAD, denn Blender ist unter Linux weit verbreitet.
- Firmen mit einer Linux-first-IT aus Gründen der Stabilität und der Kontrolle über die eigene Infrastruktur.
In dieser Umgebung ist BricsCAD faktisch der professionelle Standard. Bekannt ist das vielen nur noch nicht, weil kaum jemand darüber spricht. Auch bei CAD-Basis läuft der eigene CAD-Arbeitsplatz unter Linux.
Vor dem Umstieg prüfen
Ein Wechsel zu Linux sollte geplant erfolgen. Nicht jede Spezialsoftware steht unter Linux bereit.
- Plug-ins und Zusatzmodule auf Verfügbarkeit prüfen.
- Plotter- und Druckertreiber vorab testen.
- Vorhandene Makros und Schnittstellen auf Kompatibilität kontrollieren.
Für einzelne Spezialfälle kann ein Windows-Arbeitsplatz weiterhin sinnvoll sein. Mit einer Vorprüfung lässt sich der Umfang des Umstiegs klar abschätzen.
BricsCAD unter Linux als realistischer Arbeitsplatz
Professionelle CAD-Arbeit unter Linux ist heute keine Frage des Bastelns mehr. Mit BricsCAD steht eine ausgereifte und AutoCAD-kompatible Lösung bereit. Der Funktionsumfang ist nahezu identisch. Die wenigen Einschränkungen fallen im Alltag kaum ins Gewicht. Wer auf Linux setzt und ein professionelles CAD sucht, findet in BricsCAD unter Linux eine verlässliche Grundlage.
Welche BricsCAD-Variante zur eigenen Arbeit passt, hängt von den Aufgaben ab. Bei CAD-Basis gibt es dazu die Beratung und die Einrichtung aus einer Hand. Mehr dazu auf der Seite zur BricsCAD-Lizenz.
Häufige Fragen
Läuft BricsCAD nativ unter Linux?
Ja. BricsCAD steht als native Linux-Version bereit und benötigt keine Emulation und keinen Umweg über Wine.
Ist BricsCAD unter Linux so leistungsfähig wie unter Windows?
Der Funktionsumfang ist nahezu identisch. Die einzige nennenswerte Einschränkung betrifft den direkten Druck. Unter Linux läuft die Ausgabe über PDF.
Kann ich AutoCAD-Dateien in BricsCAD unter Linux öffnen?
Ja. BricsCAD arbeitet nativ mit DWG und öffnet AutoCAD-Dateien ohne Konvertierung.
Welche CAD-Programme gibt es sonst noch für Linux?
Im freien Bereich existieren FreeCAD und LibreCAD. Für den professionellen und AutoCAD-nahen Einsatz ist BricsCAD unter Linux die ausgereifteste Option.




